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STREULICHT N°2
PHOTOGRAPHY - ORDER/DISORDER

RELEASED AM 18.05.2013
 
 
 

Der fotografische Impuls put the world in a frame – das Blicken durch den Sucher – macht die Fotografie per se zum Medium der Ordnung, der Sequenzierung und der Fragmentierung unserer Umgebung. Die Fotografie zeichnet auf und kreiert taxonomische Ordnungen, wird zum Dokument – gleichzeitig markiert sie die Grenze, an der die Aufzeichnung, Wiederholung und Bewahrung des Vorangegangenen mit dessen Einzigartigkeit kollidiert. Wo ersetzt die Fotografie das Abgebildete und wird selbst zum Abbild? Wie formiert und zersetzt sie Orte des Wissens (Archive, Sammlungen, Maps etc.)?

Die für die zweite Ausgabe von Streulicht – Magazin für Fotografie und Artverwandtes ausgewählten künstlerischen und theoretischen Positionen, welche sich mit der Formation von diskursiven Systemen durch das Medium Fotografie beschäftigen, bedienen sich "other kinds of ordering"1. Diese von Hal Foster formulierten Praktiken beinhalten Verfahren der post- und pre-production2, welche jedoch nicht nur die Aneignung und Nachbearbeitung von bereits Vorhandenem umfassen, sondern auch die aktive Formation und Produktion von eigenen Archiven, Systemen und Ordnungen initiieren.
Das Prinzip der Konsignation3, der Zu- und Einschreibung in ein System, verweist immer auf einen Ort der Wiederholbarkeit – das Archiv. Doch die Vielzahl an Bildern, ihre Bewegungen und Orte bilden Systeme, in welchen sie sich in ihrer Einzigartigkeit – wie jener des fotografischen Moments – niederschlagen. Diese "Praxis, die eine Vielfalt von Aussagen als ebenso viele regelmäßige Ereignisse, ebenso viele der Bearbeitung und der Manipulation anheimgegebene Dinge auftauchen lässt"4, beschreibt Michel Foucault als grundlegend für seine Definition des Archivs. Betrachtet man die Temporalität der Fotografie – das Paradoxon aus Wiederholbarkeit, singulärer Momenthaftigkeit und Indexikalität – ist es Letztere, die die Fotografie per se als Medium der Archivierung regelrecht "stilllegt". Diese Spur des Vergangen konstitutiv umzuschreiben, Geschichte(n) durch künstlerische Auseinandersetzung zu reformulieren und sie nicht in Sedimenten und Hierarchien abzulagern, führt zu immer wieder neuen Verbindungen, die sich am ehesten mit jenen eines Rhizoms vergleichen lassen. Diese "multiple entryways", durch welche sich das rhizomatische Denken auszeichnet, zum Thema Ordnung und Unordnung zu geben, war der Anstoß für die vorliegende Ausgabe von Streulicht – ein Magazin für Fotografie und Artverwandtes. (Amelie Zadeh)


1 Foster, Hal: An Archival Impulse. In: October, Vol. 110 (Autumn, 2004), S. 5
2 Vgl. Bourriaud, Nicolas: How Art Reprograms World,.Postproduction: Culture as Screenplay: trans. Jeanine Herman (New York: Lukas & Sternberg, 2002).
3 Vgl. Derrida, Jacques: Dem Archiv verschrieben. Eine Freudsche Impression. Berlin: Brinkmann & Bose, 1997. S.13
4 Foucault, Michel: Achäologie des Wissens. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1981. S.188.

 
 
 
MIT BEITRÄGEN VON  
FAHIM AMIR
ANNA ARTAKER & MEIKE SCHMIDT-GLEIM
ANTHONY AUERBACH
TINA BARA & ALBA D'URBANO
TOM BURR
BERNHARD CELLA
JULIETTE DESORGUES
MARKUS GEORG
AMINA HANDKE
GELITIN
PETER JELLITSCH
LABOUR OF WOOD
JURI LAKRIZ
DIRCK MÖLLMANN
ISIN ÖNOL
TIM REINECKE & DANIEL WIMMER
WENDELIN PRESSL
JOHANN SCHOISWOHL
TOMASH SCHOISWOHL
ANDREAS SPIEGL
BATIA SUTER
TRIS VONNA-MICHELL
JOHANNES WILHELM

FEATURING:
EVERYDAY REBELLION
MARTIN GERLACH
HARALD SZEEMANN
 
   
   
ISSUU.COM VORSCHAU  
 
   
   
   
   
 
 
 
 
 
Fotos © Mario Kiesenhofer
 
 
 
   

"WORLD MIND MAP" EIN INTERVIEW MIT HARALD SZEEMANN