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STREULICHT N°6
PHOTOGRAPHY - BEYOND PHOTOGRAPHY
RELEASED AM 28.05.2015 IM TBA21 / DIE AU
 
 
 

STREULICHT – Magazin für Fotografie und Artverwandtes widmet sich seit seiner ersten Ausgabe 2012 jenen Randgebieten des Fotografischen, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdienen. Denn gerade von der Peripherie her gehen oft die spannendsten und aufregendsten Impulse aus.

In unserer, diese Publikationsreihe abschließenden sechsten Ausgabe geht es uns weniger um einen spekulativen Blick in die Zukunft der Fotografie, denn in dieser leben wir bereits.

Dennoch haben wir in unseren bisherigen Ausgaben prospektiv jene Themenbereiche umrissen, die einen kritischen Blick sowie ein vielfältiges Vokabular für die Bewusstmachung und Neubewertung der bereits sich im Gange befindenden Prozesse bieten. Der Paradigmenwechsel innerhalb der bildwiedergebenden Techniken ist noch nicht vollends abgeschlossen, entsprechend sind Vergleiche und Analogien aufgrund ihrer Gleichzeitigkeit noch auszumachen. Sehen und Fotografieren werden zu einer (alltäglichen) Handlung, einer Geste, und formieren neue Formen von kulturellem Gedächtnis und Erinnerung und zersetzen diese auch gleichzeitig. Weiterhin ist es aber auch die Austauschbarkeit und schnelle Zirkulation dieser Bilder, die uns zweifeln lassen – wie geht man mit diesen Bildern um, auf was verweisen sie? Was schließen sie aus? Ob Selfies, Streams, log cameras oder Street Views, Fotografie und ihre unterschiedlichen Wahrnehmungen erfahren eine andere Form von Technizität, denn die gewohnte, ursprünglich analoge "Mittelbarkeit" des fotografischen Materials, des Prints, der Kamera, des Lichts wird durch eine neue Unmittelbarkeit und Synchronizität ersetzt: Die neuen digitalen Techniken ermöglichen Bilder, die sich in innerhalb weniger Sekunden (mit)teilen, die aufgegriffen, montiert, ausgetauscht und zersetzt werden – gleichzeitig "zitieren" diese Bilder oft mithilfe von Filtern und Apps alte fotografische Techniken oder werden durch ihre immer stärker abnehmende Bildqualität von ihrem eigentlichen Ursprung entfremdet und zu "poor images", wie es Hito Steyerl nennt. Die Fotografie wird zum Abbild ihrer selbst, verweist nicht auf etwas, sondern steht für sich als Handlung, als Akt, unabgeschlossen, fragmentiert, fragil und planlos. Trotzdem ist es die "Macht der Bilder", die "Bilderkriege und -stürme", die deutlich machen, dass die Wirkungskraft des Bildlichen ungebrochen scheint in unserer Zeit des visuellen Kapitalismus. Dem folgend transformiert sich die Frage "Was sind (fotografische) Bilder?" zu der Frage Wer sie eigentlich sind. 1

Welche Folgen hat der inflationäre Gebrauch von Fotografie? Ist sie vielleicht so gegenwärtig und allumfassend, dass sie als ästhetische Kategorie nicht mehr standhält? Welche sozialen und psychologischen Implikationen werden durch den Akt des Fotografierens aktiviert? Wie verändert die Verfügbarkeit von Fotografie-verwandten Medien unsere Erinnerung, unser Gedächtnis, unseren Alltag? Wie definieren unsere heutigen Typologien alles Bisherige in einer "retroaktiven" Perspektive, wie sie Michel Frizot beschreibt? Welche Folgen haben Bilder ohne Bildträger, Bilder, deren Eigenleben von einem endlichen Material abgekoppelt ist? Was bedeutet es für die Bilder, von äußerer Energiezufuhr abhängig zu sein? Wie wird der fotografische Akt auf andere Künste transponiert? Wer definiert die gegenwärtige Zeit, in der von Post-Fotografie gesprochen wird, die jedoch nicht als neue Schule, sondern als Richtung oder Bewegung interpretiert wird? Wie durchmischen sich innere mit äußeren Bildern? In welchem Verhältnis dazu stehen jene Hybride, die erst durch neue Medien und deren Gestaltungsmöglichkeiten unsere Wünsche zu visualisieren versuchen? Was liegt jenseits der Fotografie?

Wie und wo sich diese neuen Horizonte bereits heute manifestieren, soll in STREULICHT N°6 Photography – beyond Photography nachgegangen werden. Ein vorausschauender Ausblick auf unsere Gegenwart.

1 W. J. T. Mitchell widmet sich innerhalb seiner vielseitigen Analysen zu visuellen Diskursen ausgiebig dieser Unterscheidung in seinem Buch "Bildtheorie", erschienen im Suhrkamp Verlag 2008.

 
 
MIT BEITRÄGEN VON:  

Michele Abeles
Melanie Bühler
Verena Dengler
Philipp Fleischmann
Thomas Freiler
Matthias Herrmann
Herbert Justnik
Inga Kerber
Robert Mathy
Josh Müller
Stefan Oláh
Julian Palacz
Georg Petermichl
Gerhard Rühm
Shirana Shahbazi
Andreas Spiegl
Axel Stockburger
David Welsch
Amelie Zadeh

FEATURING:
Auguste Chevallier
Michel Frizot
Leopold Szondi

 
   
   
   
   
 
 
 
 
 
 
 
Fotos © Mario Kiesenhofer